Warum geht manches so schnell kaputt?


Der Verbraucher nennt es Murks – Der Fachmann spricht von der geplanten Obsoleszenz.

Egal wie man es nennt, es ist ärgerlich, geht ins Geld und belastet unsere Umwelt wenn Hersteller von Produkten ihre Erzeugnisse mit einer geplanten, begrenzten Lebensdauer, der geplanten Obsoleszenz, „ausstatten“.

Neu ist die Idee der begrenzten Lebensdauer von Produkten nicht. Bereits in den 1920er Jahren kamen Produzenten auf die Idee ihre Produkte mit einer begrenzten Lebensdauer zu manipulieren um ihre Gewinne zu steigern. Das bekannteste Beispiel ist das 1924 gegründete Phoebuskartell, welches die maximale Brenndauer von Glühbirnen von 1000 Stunden vorschrieb. Vorher hatten Glühbirnen eine sehr viel höhere Brenndauer. Eine kürze Lebenszeit bedeutet automatisch höhere Gewinne, da die Verbraucher viel früher wieder eine neue Glühbirne kaufen müssen. Hersteller, die sich nicht an die 1000-Stunden-Vorgabe hielten, wurden sogar mit Geldstrafen belegt.

Ein anderes Beispiel kommt aus der Bekleidungsindustrie. Geschickt wird dem Verbraucher suggeriert, er müsse sich unbedingt neue Kleidung kaufen obwohl seine „alte“ Kleidung noch wie neu ist. Wir sprechen hier von Mode. Welche Farben, Schnitte oder Rocklängen gerade „in“ sind, wird von der Modeindustrie diktiert. Was in der letzten Saison noch „hip“ war, ist heute total „out“ und untragbar. Neues muss her um den Profit der Industrie zu steigern.

In der digitalen Welt eröffnen sich den Herstellern von Hardware und Software ungeahnte Möglichkeiten mit geplanter Obsoleszenz ihre Profite zum Nachteil der Verbraucher zu steigern. Besonders dreist greifen die Hersteller von Druckern in ihre Trickkiste. Mitten im Druckvorgang signalisiert uns der, vor noch nicht einmal einem Jahr gekaufte, Tintenstrahldrucker einen Defekt im Druckkopf. Die Nachfrage beim Hersteller ergibt, dass sich eine Reparatur nicht lohnen würde. Die Reparaturkosten kämen einem Neukauf ungefähr gleich. Als Verbraucher bleibt einem nichts anderes übrig als einen neuen Drucker zu kaufen obwohl der alte, bis auf den Druckkopf, noch tadellos funktioniert. Und der besagte Druckkopf würde auch noch viele weitere Seiten bedrucken können, hätte der Hersteller ihm nicht ein Verfallsdatum einprogrammiert. Es ist sogar möglich einen „defekten“ Druckkopf mit einer Software wieder zu Leben zu erwecken, wodurch sich eine geplante Lebenszeitbegrenzung nachweisen lässt.

In der Regel beugt sich der Verbraucher dem Diktat der Industrie und kauft brav neue Ware, wirft die alte auf den Müll und erzeugt damit extreme und vermeidbare Mengen von Elektroschrott.

Stoppen lässt sich dieser Irrsinn wohl nie. Unsere digitale Vernetzung könnte ihn aber zumindest eindämmen. Der Erfahrungsaustausch unter den Verbrauchern war noch nie so einfach. In sozialen Netzwerken oder auch hier auf verbraucheralarm.de können Sie Ihre Erfahrungen mit anderen teilen und so eventuell der geplanten Obsoleszenz entgehen.

 

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